Gebrüder Rieger · Opus 815 · 1900

Katholische Kirche St. Martin, Szentpéter

Eine zweimanualige Orgel der Gebrüder Rieger mit Pedal, 1900 als Opus 815 für die katholische Kirche von Szentpéter (Svätý Peter, Slowakei) gebaut, die dem heiligen Martin geweiht ist. Sie steht auf meiner Liste, aber ich habe sie noch nicht aufgenommen.

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Die Kirche auf Google Maps (öffnet in einem neuen Tab)

Die Kirche

Szentpéter, slowakisch Svätý Peter, ist ein Dorf im Bezirk Komárno in der Slowakei. Laut dem Magyar Katolikus Lexikon bestand hier schon 1332 eine Pfarrei; ihre Kirche war dem heiligen Petrus geweiht, daher der Name des Dorfes. Die heutige katholische Kirche, dem heiligen Martin von Tours geweiht, wurde 1737 erbaut.

Die Orgel

Erbauer
Gebrüder Rieger
Opus
815
Erbaut
1900
Manuale
2, mit Pedal
Register
12, davon 4 entlehnt
Traktur
Mechanische Spieltraktur, pneumatische Registertraktur
Aufnahme
Noch nicht aufgenommen

Das Firmenschild am Spieltisch lautet auf Ungarisch RIEGER TESTVÉREK cs. és k. udvari-orgona gyár. Jägerndorf és Budapest: Gebrüder Rieger, k. u. k. Hof-Orgelfabrik, Jägerndorf und Budapest. Das Opusschild zeigt 815.

Laut dem slowakischen Orgelkatalog baute Rieger die Orgel 1900 neu, und Riegers eigene Opusliste führt sie als op. 815 Szt. Péter b. Komorn. Die Spieltraktur ist mechanisch, die Registertraktur pneumatisch, die Windladen sind Kegelladen. Im Ersten Weltkrieg wurden die Prospektpfeifen beschlagnahmt; sie wurden später durch Zinkpfeifen ersetzt. Bei der Bestandsaufnahme des Katalogs im Jahr 2002 war die Orgel nicht umgebaut. Vor Ort geprüft habe ich diese Angaben noch nicht.

Register und Spielhilfen

Die Disposition nach dem slowakischen Orgelkatalog, mit den Namen, wie sie am Spieltisch stehen, und der Herkunft der Pfeifen jedes Registers.

RegisterPfeifen
I. Manual C–f³, 54 Töne
Bourdon 16'Die Pfeifenreihe des Födött 8' (Gedackt) eine Oktave tiefer; auch die tiefste Oktave hat Pfeifen
Principál 8'Eigene Pfeifenreihe; ein Teil steht im Prospekt
Födött 8'Eigene Pfeifenreihe
Gamba 8'Eigene Pfeifenreihe
Octava 4'Die Pfeifenreihe des Principál 8' eine Oktave höher, dazu 12 eigene Diskantpfeifen
Mixtura 3 sz. 2 2/3'Drei eigene Pfeifenreihen: 2 2/3', 2' und 1 1/3' auf C, repetiert auf c³ um eine Quinte
II. Manual C–f³, 54 Töne
Csucsfuvola 8'Eigene Pfeifenreihe
Salicionál 8'Eigene Pfeifenreihe
Dolce 4'Die Pfeifenreihe des Salicionál 8' eine Oktave höher, dazu 12 eigene Diskantpfeifen
Pedal C–d¹, 27 Töne
Subbass 16'Eigene Pfeifenreihe
Octavbass 8'Noch nicht bekannt (siehe unten)
Cello 8'Noch nicht bekannt (siehe unten)

Die Namen sind die des Spieltischs, wie sie die technische Beschreibung des Katalogs angibt; auf meinem Foto kann ich sie nicht lesen. Die Pedallade war bei der Bestandsaufnahme nicht zugänglich: Laut der technischen Beschreibung ist der Octavbass 8' wahrscheinlich die Pfeifenreihe des Subbass 16' eine Oktave höher, mit 12 eigenen Pfeifen, während die Disposition des Katalogs das Cello 8' als entlehntes Register kennzeichnet.

Koppeln
P.K., Pedalkoppel; M.K., Manualkoppel.
Feste Kombinationen
F.t.m., Forte für die ganze Orgel; F.I.M., Forte im I. Manual; F.II.M., Forte im II. Manual.
Sonstiges
Tremolo, ein kleiner roter Zug rechts neben den Registerwippen.

Was die Fotos des Spieltischs zeigen

Ein emailliertes Firmenschild: RIEGER TESTVÉREK, cs. és k. udvari-orgona gyár, Jägerndorf és Budapest (größeres Foto)
Das Firmenschild am Spieltisch.
Der Spieltisch der Orgel in Szentpéter: zwei Manuale, darüber eine Reihe von zwölf Registerwippen und zwischen den Manualen sechs Schilder (größeres Foto)
Die beiden Manuale, die Registerwippen und die Schilder zwischen den Manualen.
  • Die obere Klaviatur ist das II. Manual, die untere das I. Manual. Darüber liegt eine Reihe von 12 Registerwippen, eine für jedes Register; die Registernamen auf runden Scheiben über den Wippen sind auf dem Foto nicht lesbar.
  • Sechs Schilder zwischen den Manualen. Von links nach rechts lauten sie P.K., M.K., eine dritte, nicht lesbare Aufschrift, F.t.m., F.I.M. und F.II.M. Die Knöpfe selbst sind auf dem Foto nicht zu sehen; laut dem Katalog haben P.K., M.K. und F.II.M. je einen schwarzen und einen weißen Knopf, die übrigen je einen.
  • Fünf der Schilder entsprechen den beiden Koppeln und den drei Kombinationen des Katalogs. Auch der Katalog konnte das dritte Schild nicht lesen; mit einem Fragezeichen vermutet er in seinem schwarzen Knopf einen Auslöser.
  • Rechts neben den Registerwippen sitzen ein kleiner roter Zug, das Opusschild und ein schwarzer Knopf. Der rote Zug ist das Tremolo; laut dem Katalog wurde es später hinzugefügt. Der schwarze Knopf ist original und diente dazu, den Kalkanten zu rufen: Er betätigte eine kleine Pumpe, die über einen Schlauch eine einzelne Pfeife hinten in der Orgel erklingen ließ, das Zeichen, mit dem Pumpen zu beginnen.

Orgeln mit gleicher oder ähnlicher Disposition

Eine Orgel mit genau dieser Disposition habe ich noch nicht gefunden. Diese drei Rieger-Orgeln aus denselben Jahren, alle in der heutigen Slowakei, kommen ihr am nächsten; ihre Angaben stammen allein aus dem slowakischen Orgelkatalog. Die Orgel in Etyek auf meiner eigenen Liste hat dieselben Register auf einem Manual, ohne Csucsfuvola 8' und Cello 8'.

Was noch herauszufinden ist

  • Die Aufschrift und die Funktion des dritten Knopfs zwischen den Manualen.
  • Welches der beiden 8'-Register im Pedal entlehnt ist.

Quellen